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PIF (Produktinformationsdatei): Was sie enthält und wer sie für Sie erstellt
Launch-Leitfaden 19/05/2026 von Livio Bellanova 258 Aufrufe

PIF (Produktinformationsdatei): Was sie enthält und wer sie für Sie erstellt

Die Produktinformationsdatei (PIF) ist das wichtigste technisch-regulatorische Dokument für ein Kosmetikprodukt. Vorgesehen in Artikel 11 der EU-Verordnung 1223/2009 ist sie für jedes in der Europäischen Union verkaufte Produkt obligatorisch. Ohne PIF ist das Kosmetikprodukt illegal: Keine Ausnahmen.

Wozu dient die PIF

Die PIF ist ein Dossier, das alle notwendigen Informationen sammelt, um zu belegen, dass das Produkt unter den vorgesehenen Verwendungsbedingungen für die menschliche Gesundheit sicher ist. Sie wird bei Kontrollen durch Gesundheitsbehörden (Gesundheitsministerium, Gesundheitsämter) innerhalb von 72 Stunden nach Anfrage vorgelegt.

Sie wird von der "verantwortlichen Person" (Hersteller oder Importeur) mindestens 10 Jahre nach Inverkehrbringen der letzten Charge aufbewahrt.

Was eine vollständige PIF enthält

Eine konforme PIF umfasst zehn Hauptabschnitte:

  1. Produktbeschreibung: Handelsname, Kategorie, Funktion, Form, Empfänger (Erwachsene, Kinder, empfindliche Haut).
  2. Qualitativ-quantitative Formel: vollständige Liste der Inhaltsstoffe mit exakten Prozentsätzen, INCI-Name und CAS-Nummer.
  3. Physikalisch-chemische Eigenschaften: pH, Viskosität, spezifisches Gewicht, Aussehen, Geruch, Farbe.
  4. Stabilitätstests: Beständigkeit des Produkts gegen Temperatur-, Licht- und Feuchtigkeitsbedingungen über die Zeit.
  5. Mikrobiologische Tests: Challenge-Test zur Überprüfung der Wirksamkeit des Konservierungssystems.
  6. Verpackungsverträglichkeitstests: Abwesenheit der Migration von Substanzen vom Behälter zum Produkt.
  7. Sicherheitsbewertung (CPSR): Cosmetic Product Safety Report, unterzeichnet von einem qualifizierten Gutachter (Toxikologe, Pharmakologe oder Chemiker mit Spezialisierung).
  8. Herstellungsmethode: Beschreibung des Produktionsprozesses unter Bezugnahme auf GMP (Good Manufacturing Practice) ISO 22716.
  9. Vorgeschlagene Kennzeichnung: Etikettenentwurf mit Claims, Vorsichtsmaßnahmen, Mindesthaltbarkeit.
  10. Unerwünschte Wirkungen: gemeldete Nebenwirkungen und Korrekturmaßnahmen.

Wer die PIF erstellt

Die PIF kann nur intern erstellt werden, wenn das Unternehmen über einen qualifizierten Sicherheitsgutachter (CPSR Safety Assessor) verfügt. Andernfalls muss die Sicherheitsbewertung qualifizierten externen Fachleuten anvertraut werden.

Die vollständige PIF wird typischerweise vom Hersteller (Produktionslabor) in Abstimmung mit der Marke, die sie vermarktet, erstellt. Für White-Label-Marken stellt der Hersteller eine Basis-PIF bereit, die die Marke mit spezifischen Etiketten- und Positionierungsdaten integriert.

Zeiten und Kosten

Für ein neues Produkt erfordert die vollständige Erstellung der PIF:

  • Stabilitätstests: 3 Monate (beschleunigt) oder 12 Monate (Echtzeit).
  • Mikrobiologische Tests: 28 Tage Challenge-Test.
  • CPSR-Erstellung: 2-4 Wochen nach Datenerhebung.
  • Endgültiger PIF-Zusammenbau: 1-2 Wochen.

Die Kosten liegen zwischen 800-1.500 Euro für White-Label-Produkte (die meisten Tests sind bereits an der Basisformel durchgeführt) bis zu 4.000-8.000 Euro für neue Eigenformeln.

Häufigste Fehler bei PIFs

Die Behörden sanktionieren regelmäßig unvollständige oder nicht aktualisierte PIFs. Typische Fehler sind:

  • CPSR von einem Berater ohne anerkannte Qualifikationen unterzeichnet.
  • Nur beschleunigte Stabilitätstests, ohne Echtzeit-Bestätigung.
  • Deklarierte Formel nicht perfekt mit INCI auf dem Etikett abgestimmt.
  • Versäumnis, die PIF nach Formeländerungen (Lieferantenwechsel bei Rohstoffen) zu aktualisieren.
  • Fehlen der GMP-Dokumentation des Produktionsstandorts.

Bellanova und die PIF

Bellanova Cosmetics verwaltet intern alle Tests und die PIF-Erstellung für jedes White-Label- und Eigenformel-Produkt. Die PIF wird bei der Lieferung der ersten Charge an die Kundenmarke übergeben und bei jeder Formeländerung aktualisiert.

Für Marken, die von mehreren Herstellern kaufen, bieten wir auch regulatorische Beratung an, um die Konformität der von Drittanbietern erhaltenen PIFs zu überprüfen. Die PIF ist kein "Fassaden"-Dokument: Sie ist der Beweis für die Sicherheit Ihres Produkts und das Erste, was ein Inspektor anfordert.